
Nein, die 2-in-1-Idee ist nicht neu, aber nicht immer halten die auch „Convertible“ genannten Computer, die aus einem Tablet und einer Tastatur als Docking Station bestehen, was sie versprechen. Und das liegt meist an den Einschränkungen durch die technischen Daten und/oder das Betriebssystem. Beginnen wir damit: Die Transformer-Books der Chi-Serie von Asus laufen mit vollwertigem Windows 8.1 – also zukünftig und ohne weitere Kosten mit Windows 10. Das macht aus den Flachmännern – das Tablet ist nur 7,2 Millimeter hoch! – vollwertige Windows-Rechner ohne Wenn und Aber. Da können Geräte, die unter Android, iOS oder Windows RT laufen, nicht mithalten.
Zweitens: In der Tastatur steckt wahlweise eine „Festplatte“ mit 32 oder 64 GB nach dem eMMC-Standard. Der Atom-Quadcore-Prozessor namens Z3775 von Intel bietet für den Normalbetrieb ausreichend Leistung und arbeitet besonders stromsparend. So soll eine Akkuladung im Betrieb mit Tastatur 10 Stunden durchhalten, im reinen Tablet-Betrieb dürfte es deutlich mehr sein. Apropos Tablet: Das Display mit 10,1 Zoll Diagonale im 16:9-Format löst mit 1920 mal 1200 Bildpunkten im Full-HD-Modus auf, sodass man sich auch Spielfilme oder TV-Serien auf dem Gerät mit Genuss anschaut.
Dies ist sozusagen das Chi im Privatbetrieb. Von den reinen Leistungsdaten her handelt es sich dann um eines der besten 10-Zoll-Tablets auf dem Markt – und das zu einem Preis von nur 499 Euro (mit 32 GB eMMC). Dafür bekommt der Käufer dann auch noch eine Chiclet-Tastatur als Dock für das Tablet. Wobei der Begriff „Chiclet“ (Kaugummi-Drops) in diesem Fall nur die Form der Tasten beschreibt. Denn von der Mechanik und Haptik her kann dieses Eingabegerät mit jeder Notebook-Tastatur mithalten. Allerdings sind die Tasten naturgemäß auf einer geringeren Fläche untergebracht als bei den größeren Klappcomputern. Wer aber Bluetooth-Tastaturen für Tablets aus der Praxis kennt, wird damit sofort zurechtkommen. Optional kann das Transformer Book T100 Chi auch mit einem Active Stylus, also mit einem Stift, bedient werden.
Das Ganze ist in einem schicken Aluminiumgehäuse mit angenehm profilierten Oberflächen untergebracht, das sich nicht nur gut anfühlt, sondern auch ausgesprochen robust ist. Das gilt auch für das Verbindungsstück, ein magnetisches Scharnier aus Neodymium, dem wohl besten Material für diesen Zweck. Diese Verbindung ist übrigens nicht nur mechanischer Natur, denn sie dient auch als Schnittstelle zwischen dem Tablet und dem eMMC-Speicher, der in der Tastatur verbaut ist. Die Tastatur nimmt mit dem Display übrigens per Bluetooth Kontakt auf, sodass sie auch in bis zu 10 Metern Entfernung vom Tablet benutzt werden kann.
Sind Display und Tastatur fest miteinander verbunden, fungiert das T100 Chi als vollwertiges Notebook der 10-Zoll-Klasse. Problemlos kann man dann die üblichen Office-Anwendungen betreiben und alle Arbeiten im Internet erledigen. Dann befindet sich das Transformer-Book im Job-Modus und kann benutzt werden wie jedes andere Notebook mit Windows 8.1. Anwender der Vorgängerserie bestätigen diese Doppelfunktion gern, und besonders Schüler, Studenten und Leute, die oft und viel unterwegs arbeiten müssen, schätzen diese Lösung. Mit der Chi-Serie hat Asus den bewährten Ansatz noch einmal verfeinert und vor allem auf der technischen Seite und dem Design zugelegt. Übrigens: Der Mehrpreis von 50 Euro für die Variante mit 64-GB-Speicher ist gut angelegt, denn dieses Plus bringt insgesamt noch mehr Geschwindigkeit.