
Es gibt ja Elektrogeräte in der Küche, die benutzt man zwei-, dreimal und vergisst sie dann ganz hinten im Schrank. Dem guten, alten Waffeleisen geht es nur so, wenn die Familienköchin bzw. der Familienkoch keine guten Rezepte hat. Denn wenn die Mitesser erst einmal auf den Geschmack gekommen sind, wird das heiße Eisen – zumindest in der kühleren Jahreszeit – kaum noch kalt, so oft werden dann Waffeln gefordert. Die folgenden fünf Vorschläge sollen helfen, das Waffeleisen zu einem der Lieblingsgeräte in der Küche… und bei den Familienangehörigen und Freunden zu machen.
Die grundsätzliche Technik beim Backen hängt vom Eisen ab. Bei modernen antihaft-beschichteten Geräten müssen die Flächen nicht eingefettet werden. Trotzdem schmecken die Waffeln besser, wenn man sie bei süßen Waffeln mit ein wenig flüssiger Butter und bei herzhaften Waffeln mit Öl einpinselt. Aktuelle Waffeleisen verfügen über eine Automatik, die grünes Licht gibt, wenn die Flächen heiß genug sind, sodass man eine neue Ladung Teig hineingeben kann. Meist kann eine von drei, vier oder fünf Stufen geschaltet werden – ist die so eingestellte Zeit verstrichen, wird das signalisiert, und man kann die fertigen Waffeln aus dem Gerät nehmen.
Es empfiehlt sich aber, unbedingt eine Testwaffel nach Gefühl zu backen und die Zeit dabei zu stoppen. Ist das Ergebnis zu hell, verlängert man die Backzeit, ist die Waffel zu dunkel, wird anschließend kürzer gebacken.
Das ultimative Basisrezept
Es ist ein Irrtum zu glauben, wirklich leckere Waffeln könne man aus einer Art festerem Pfannkuchenteig bereiten. Denn man muss schon ein, zwei Tipps beherzigen, um knusprige Waffeln mit weichem Innenleben hinzubekommen – hier die Zutaten für ungefähr zehn Waffeln:
- 3 ganze große Eier
- 125 Gramm weiche Butter
- 120 Gramm Zucker
- 250 Gramm gesiebtes Mehl Type 405
- 1 halbes Päckchen Backpulver
- 1 halbes Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- ca. 200 ml Milch oder flüssige Sahne
Zunächst die Eier aufschlagen und die Dotter vom Eiweiß trennen. Das Eiklar mit Salz und dem 30 Gramm Zucker mit dem Rührgerät steif schlagen. Dann die Butter mit dem restlichen Zucker schaumig rühren und anschließend die Eigelbe gut unterrühren. Beides geht auch ganz gut von Hand mit dem Schneebesen, ist aber deutlich bequemer mit dem Rührgerät. Mehl durchsieben und gut mit Backpulver und Vanillezucker vermengen. Dann nach und nach das geschlagene Eiweiß und die Mehlmischung sowie jeweils rund 50 ml Milch oder Sahne unter die Eigelb-Zucker-Mischung heben. Mit dem Rest der Milch die Konsistenz steuern – der Teig sollte am Holzlöffel haften und schwer ablaufen.
Der Basisteig kann durch Zugabe von jeweils rund 50 bis 80 Gramm Mandelsplittern, kleingehackten kandierten Früchten (z.B. Ingwer, Zitronat, Orangeat etc.) beziehungsweise Schoko- oder Haselnussstückchen verfeinert werden.
Rezept für extra knusprige Waffeln
Manchem werden Waffeln nach dem obigen Basisrezept nicht knusprig genug sein. Dabei ist es ganz einfach, durch zwei kleine Abwandlungen des Basisrezepts dünnere, krosse Waffeln zu erzielen.
- 2 ganze große Eier
- 120 Gramm weiche Butter
- 100 Gramm Zucker
- 300 Gramm gesiebtes Mehl Type 405
- 1 Prise Salz
- ca. 250 ml Mineralwasser (am besten medium)
Eier aufschlagen und die Dotter vom Eiweiß trennen. Das Eiklar mit Salz und 30 Gramm Zucker mit dem Rührgerät steif schlagen. Dann die Butter mit dem restlichen Zucker schaumig rühren und anschließend die Eigelbe gut unterrühren. Beides geht auch ganz gut von Hand mit dem Schneebesen, ist aber deutlich bequemer mit dem Rührgerät. Mehl durchsieben. Nun nach und nach das geschlagene Eiweiß und das Mehl sowie jeweils rund 60 ml Wasser unter die Eigelb-Zucker-Mischung heben. Mit dem Rest des Wassers die Konsistenz steuern – der Teig sollte leicht vom Löffel laufen.
Rezept für süße Möhren-Joghurt-Waffeln
Diese Variante ist nur ein Beispiel dafür, dass man Waffeln auch aus einem Hefeteig backen kann. Auch wenn im folgenden Rezept alles in die süße Richtung weist: diese Möhrenwaffeln lassen sich auch herzhaft abwandeln – dazu mehr am Ende. Die Zutaten für 8 bis 10 Waffeln:
- 150 Gramm Möhren
- ein Drittel von einem Würfel frischer Hefe (= 42 Gramm) oder ein Tütchen (= 7 Gramm) Trockenhefe
- 100 ml Milch (gern fettarm)
- 100 Gramm Joghurt (gern fettarm)
- 250 Gramm gesiebtes Mehl Type 405
- 20 Gramm flüssige Butter
- 80 Gramm Zucker
- 2 mittelgroße Eier
- 1 Prise Salz
Die Hefe mit einem Esslöffel Zucker in der lauwarmen Milch auflösen. Möhren schälen und fein raspeln. Dann die Eier aufschlagen und verrühren. Mehl mit Salz in eine Schüssel sieben, Eier, Butter und restlichen Zucker hineinrühren – am besten mit dem Rührgerät. Zuerst den Joghurt unterheben und das Ganze gut vermischen. Dann auch die Hefe-Milch-Mischung gut unterrühren. Zuletzt die Möhrenraspel in den Teig geben. Diese Mischung sollte vor dem Backen ungefähr eine halbe Stunde ziehen, damit die Hefe ein bisschen gehen kann. Um den Teig für herzhafte Waffeln zu verwenden, sollte nur der Zucker für die Hefe verwendet werden, zwei Prisen Salz ins Mehl gegeben werden sowie zusätzlich etwas geriebene Muskatnuss.
Rezept für Schinken-Käse-Waffeln
Mit dieser Version aus dem Waffeleisen kann man die Gäste verblüffen, denn kaum jemand erwartet, dass dieses Gebäck nach Käse und Schinken schmecken könnte. Besonders gut eignen sich Schinken-Käse-Waffeln mit einer Tomatensoße als Vorspeise. Aber Vorsicht: Alle Waffeln, die Käse enthalten, sollten ausschließlich in Eisen gebacken werden, die über eine moderne Antihaft-Beschichtung verfügen! Die Zutaten:
- 3 ganze mittelgroße Eier
- 200 Gramm gesiebtes Mehl Type 405
- 1 Prise Salz
- ca. 250 ml Milch
- 100 Gramm Schinkenwürfel
- 80 Gramm feingewürfelter Käse (z.B. mittelalter Gouda)
Mehl mit den Eiern, der Milch und Salz mit dem Rührgerät zu einem glatten, nicht zu flüssigen Teig verrühren. Die Konsistenz durch mehr oder weniger Milch steuern, sodass der Teig schwer vom Holzlöffel läuft. Eventuell mit geriebener Muskatnuss und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Die Schinkenwürfel sanft in wenig Butter anbraten und dann zum Teig geben. Zuletzt die Käsewürfel unterheben. Von dieser Variante unbedingt eine Testwaffel backen und den Teig dann so steuern, dass das Gebäck außen knusprig und innen zart ist.
Sonderfall: Getoastete Sandwiches aus dem Eisen
Nein, wer ein modernes Waffeleisen sein eigen nennt, braucht keinen elektrischen Sandwichmaker, denn mit dem Eisen kann man auch diesen Snack herstellen. Die Zubereitung unterscheidet sich nur minimal von der Arbeit mit einem speziellen Gerät: weil es keine entsprechende Automatik gibt, muss man selbst darauf achten, dass der Toast nicht verbrennt, und man muss den Deckel die ganze Zeit über manuell runtergedrückt halten. Ein paar Tipps für getoastete Sandwiches aus dem Eisen:
- Toastscheiben so wählen, dass kein Stück aus dem Waffeleisen ragt; das gilt besonders bei runden Eisen
- Toastscheiben vor dem Backen mit einer Pfanne flach klopfen oder mit dem Nudelholz dünner machen
- Rund um den Belag zwischen den Toastscheiben mindestens einen Daumenbreit Platz lassen
- Keine flüssigen Inhalte (z.B. dünne Fertigsoßen) verwenden
- Beim Klassiker „Käse-Tomatenketchup“ darauf achten, dass der Ketchup als Klecks in der Mitte angebracht wird.