Gar nicht so einfach, sich zwischen den drei grundsätzlichen Kopfhörerformen zu entscheiden. Oder gar ein Paar von jeder Sorte anzuschaffen. Grundsätzlich aber eignen sich die verschiedenen Bauarten vor allem im Einsatzzweck. So dürfte in den meisten Fällen ein In-Ear-Kopfhörer – auch „Ear-Bud“ genannt – die erste Wahl zum Musikhören beim Joggen sein. Der Over-Ear-Apparat passt am besten beim Genießen von lauter Musik in Hifi-Qualität. Und die momentan sehr beliebten On-Ear-Geräte bieten einen guten Kompromiss zwischen gutem Klang und Tragkomfort. Schauen wir uns die Kategorien im Detail an.

In-Ear-Kopfhörer: Leicht und laut genug

Diese Ohrhörer haben eine sehr lange Tradition, denn schon zum Transistorradio der Sechzigerjahre gab es als Zubehör einen Ohrstöpsel, mit dem man die Musik oder die Fußballübertragung aus dem Rundfunk verfolgen konnte, ohne die Umwelt akustisch zu belästigen bzw. von ihr gestört zu werden. Ihre Glanzzeit haben die kleinen Dinger aber seit den Tagen von Walkman und Discman, wo mit ihnen zu hören der Normalfall war. Heute sind sie erste Wahl als Hörgeräte am Smartphone oder Tablet, vor allem wenn man sich draußen bewegt und den Sound allein genießen möchte.

Gute Ear-Buds zu entwickeln ist eine große Kunst. Denn diese Kopfhörer verzichten darauf, die Eigenschaften der Ohrmuschel zu nutzen. Dabei spielt die beim Hören eine extrem wichtige Rolle als Verstärker, zum Bündeln und zum Filtern von Geräuschen. Also müssen die Fähigkeiten des Außenohrs irgendwie technisch gelöst werden. Da reicht ein toller Frequenzgang nicht aus, und Ohrhörer, die Musik richtig gut wiedergeben, sind erst durch den Einsatz moderner Technologien überhaupt möglich geworden.

Deshalb gilt: Wer Musik als Geräusch begreift, kommt mit Billigdingern gut aus – vorausgesetzt, die sitzen halbwegs komfortabel im Ohr. Gute In-Ear-Stöpsel werden immer mit verschiedenen weichen Aufsätzen für verschieden geformte Gehörgänge geliefert. Beim Kauf gilt die Regel: Gute Ear-Buds, die feinen Sound liefern und gut sitzen, kosten mindestens 20 Euro. Interessant für Jogger sind sogenannte Sportkopfhörer, bei denen die Stöpsel an Bügeln sitzen.

Over-Ear-Kopfhörer: Hifi-Sound auf Studioniveau

Der Klassiker unter den Kopfhörer kommt meist ziemlich wuchtig daher und verfügt über Muscheln, die das Ohr komplett umschließen und am Schädel sitzen. Die Kanten der Muscheln sind gepolstert, die Polster sind aber auch das einzige Verschleißteil. Deshalb sollte man beim Kauf darauf achten, dass diese als Ersatzteil zu haben und leicht auszuwechseln sind. Weil ein solcher Over-Ear-Kopfhörer meist relativ schwer ist und mit dem Bügel auf dem Kopf aufsitzt, kommt man um eine Anprobe – am besten unter kompetenter Anleitung im Fachgeschäft – nicht herum.

Denn neben der reinen Klangqualität ist der komfortable Sitz das wichtigste Kaufkriterium. Kopfhörer dieses Typs zum Hören von Musik gibt es seitdem es professionelle Tonstudios gibt, entsprechend stark splittet sich die Palette der Over-Ear-Kopfhörer auch auf. Die reicht von ultraleichten Modellen für DJs über recht einfache, solide Dinger bis hin zu Kopfhörer, die im Highend-Bereich des Musikgenusses spielen. Deshalb reicht die Preisspanne auch von knapp 50 bis zu 300 und mehr Euro.

Übrigens: Aus Sicht des Ohrenarztes ist so ein Over-Ear-Gerät die beste Wahl in Bezug auf die Anatomie von Außen- und Innenohr. Vorausgesetzt, die Lautstärke bleibt im Rahmen. Denn zu laut mit dem Kopfhörer gehörte Musik kann das Gehör ernsthaft und unwiderruflich schädigen.

On-Ear-Kopfhörer: Der beste Kompromiss aus Gewicht und Soundqualität

Der größte Vorteil der momentan sehr angesagten On-Ear-Kopfhörer liegt darin, dass sie den Hörer nicht komplett von seiner Umwelt abschirmen und ihm trotzdem einen sehr guten Sound liefern. Vorausgesetzt, dieser Nutzer hat beim Kauf nicht gespart. Gute Geräte dieser Kategorie beginnen bei einem Preis von etwa 60 Euro; die Spitzenhörer kosten dagegen mehr als 300 Euro. Wobei diese enormen Preise teils durch den Hipness-Faktor und nicht die Qualität zustande kommen.

Während das Gewicht bei diesen Modellen eine geringere Rolle spielt, sollte man auch hier auf die Passform achten. Bei einem schlechtsitzenden On-Ear-Hörer besteht die Gefahr, dass die Soundgeber verrutschen, was natürlich den Hörgenuss erheblich reduziert. Wer noch keine Erfahrung mit diesem Typ Kopfhörer hat und bisher nur In-Ear- oder Over-Ear-Modelle kennt, ist gut beraten, recht intensiv probezuhören. Denn die Art, wie die Musik auf das Ohr abgestrahlt wird, ist nicht jedermanns Sache.

Wer beim Joggen immer und gern Musik hört und diese genießen will, sollte über einen leichten On-Ear-Kopfhörer nachdenken. Der Sound ist besser als bei Ear-Buds, und trotzdem behindert der Kopfhörer nicht die sportliche Bewegung.

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