Seit vielen Jahren ist der Mobile World Congress, der immer im Winter in Barcelona stattfindet, die wichtigste Veranstaltung der gesamten Mobilbranche. Wie der Name sagt, handelt es sich um einen Fachkongress, auf dem Experten die Zukunftsthemen diskutieren; eingeleitet und inspiriert von Keynote-Vorträgen. Weil aber ohnehin die ganze Mobilwelt anwesend ist und es immer auch eine Ausstellung gibt, haben es sich viele Hersteller angewöhnt, hier ihre neuen Geräte anzukündigen oder zu präsentieren. So auch im laufenden Jahr 2016.

Mobiler geht’s nicht

Während auf dem Kongress im Titel jeden Vortrags das Wort „mobil“ vorkommt und vor allem Mark Zuckerberg über die mobile Zukunft von Facebook sprechen wird, geht es bei den Hardwareneuheiten eher konventionell zu. Die Geräte werden größer, schöner, schneller und teurer. Das weist schon daraufhin, dass momentan wenig Innovationen auf der technischen Seite des Mobilfunks zu finden sind.

Stattdessen legen die Hersteller nach bewährtem Schema ihre Smartphones der nächsten, durchnummerierten Baureihe vor. Auf das größte Interesse stieß dabei im Vorfeld Samsung, das Unternehmen, dessen Geräte in der Vergangenheit am ehesten mit den iPhones von Apple mithalten konnten. Apropos: Traditionell beteiligt sich Apple weder am Kongress, noch an der Ausstellung zum MWC.

Samsung: Alles auf die 7

Von vornherein klar ist, dass es keine erneute Revolution der Galaxy-Reihe geben wird. Das S7 und das S7 Edge werden direkte Nachfolger sein, wobei das Edge wohl auf 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale wachsen und so ein S6+ unwahrscheinlich machen wird. Ob der samsung-eigene Prozessor vom Typ Exynos zum Einsatz kommt, ist zu erwarten, aber nicht sicher. Gespannt darf man sein, ob Samsung seine neuen Phones wieder im Apple-Stil präsentieren wird.

Das wird der andere koreanische Technikkonzern LG mit hoher Sicherheit nicht tun. Auch wenn das G5 dafür wenigstens zwei Gründe böte. So wird auf jeden Fall die neue Always-On-Bildschirmtechnologie zum Einsatz kommen, und es wird zwei Kameras auf der Rückseite geben. Damit wird das G5 das erste Smartphone sein, mit dem parallel Foto und Video aufgenommen werden können. Immer an ist ein zweites, kleines Display, von dem aus sehr schnell ausgewählte Apps gestartet werden können.

Apropos 7: Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit wird Samsung sein Einsteiger-Tablet vorstellen; ein 7-Zöller, den es in zwei Versionen (mit und ohne LTE) geben wird. Damit belegt Samsung seinen Glauben an das Tablet, der einigen anderen Anbietern ja schon abhanden gekommen ist.

Metall regiert den Smartphone-Markt

Auch das LG G5 soll ein Metallgehäuse bekommen, besagen ernstzunehmende Gerüchte. Ob HTC in Barcelona ebenfalls ein Gerät mit metallischem Behälter vorstellt, ist noch nicht klar. An der Reihe wäre ein M10, das dann seinem großen Vorbild, dem iPhone 6 sogar noch ähnlicher würde.

Nicht aus Metall, aber dafür wieder wasserdicht wird Sonys Xperia Z6 sein – wenn es denn wirklich auf dem MWC vorgestellt wird. Viel mehr Argumente sprechen aber dafür, dass Sony kein Smartphone präsentiert, sondern ein neues Tablet – möglicherweise eines, das in der Liga der Riesen-Displays à la Apple iPad Pro und Microsoft Surface 4 spielt.

Gerüchten zufolge soll übrigens auch das Samsung S7 wasserdicht sein, was vermutlich dazu führt, dass alle Folgegenerationen der populären Smartphones dieses Feature haben werden.

Ein bisschen VR

Obwohl es ja die Smartphones waren, die dank entsprechender Brillenaufsätze den Weg in die virtuelle Realität bahnten, wird das Thema VR auf dem MWC eine eher geringe Rolle spielen. Das spricht dafür, dass VR im mobilen Bereich zunächst eher ausbleibt. Immerhin kann man die Verpackung des Alcatel Idol 4S als VR-Aufsatz nutzen.

Und Samsung scheint wohl seine VR-Brille namens „Gear“ kostenlos zu den Smartphones der kommenden Generation beizulegen, was die Annahme stützt, dass man nicht an einen kommerziellen Erfolg dieser Geräte glaubt.

Und was ist mit Windows 10?

Wenig spricht dafür, dass der MWC 2016 zum Windows-Kongress wird. Zwar arbeiten etliche Hersteller, die bisher noch nicht im Smartphone-Bereich aktiv waren (zum Beispiel HP) an der Entwicklung mobiler Windows-10-Geräte, aber immer noch sind es die Lumia-Modelle von Microsoft selbst, die dieses Marktsegment in Bewegung halten.

Das hat viel damit zu tun, dass anderen Unternehmen nur dann Erfolg winkt, wenn sie ebenfalls Geräte hinbekommen, die - an einen Monitor angeschlossen und mit Maus und Tastatur ausgerüstet – als vollwertige PCs genutzt werden können. Das Lumia 950XL kann das schon, und es ist nur eine Frage der Zeit bis sich diese Idee in Konsumentenkreisen durchsetzt.

Fazit

War der Mobile World Congress in manchen Jahren die Veranstaltung, auf der die neusten Trends diskutiert, die aktuellste Hardware präsentiert und die verrücktesten Mobilideen vorgestellt wurden, dürfte der MWC 2016 relativ ruhig verlaufen.

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