Es war schon immer ein Prinzip asiatischer Technologieunternehmen, sich die Produkte der Konkurrenz ganz genau anzuschauen, um dann eigene Geräte zu bringen, die den Wettbewerb in (fast) jedem Punkt übertreffen. Samsung hat sich dieses Mal aber gar nicht so sehr Apples iPhone 6 angesehen, um zu lernen, sondern auch die Art und Weise der Präsentation entsprechend optimiert. Das hat schon vor Monaten mit den bewusst gestreuten Gerüchten und angeblich nicht offiziellen Bildern die Erwartungshaltung angeheizt. So war die Spannung vor der Vorstellung des Galaxy S6 und des S6 Edge nur bei den Konsumenten groß. Die Fachjournalisten, die den Saal während der Mobile World Conference 2015 in Barcelona am 1. März bevölkerten, waren dagegen gut informiert und warteten nur auf Details, die im Vorfeld nicht durchgesickert waren.

Deutlich wurde: Der Gegner heißt iPhone 6 – beinahe jedes Detail, jede Innovation zielt darauf, das aktuellste Apple-Smartphone zu übertreffen. Das beginnt schon beim Design und den verwendeten Materialien. Vor allem beim S6 Edge, einem Smartphone, bei dem das Glas des Displays an den Längsseiten abgerundet ist – dies in Kombination mit der ungewöhnlichen Farbgebung des aus einer speziellen Aluminiumlegierung gefertigten Gehäuses sieht wirklich sehr, sehr gut aus. So erscheint das Material bei einem der drei angebotenen Designs je nach Blickwinkel golden oder silbern. Hinzu kommt die Verwendung von Gorilla 4 Glas – dem härtesten und widerstandsfähigstem Glas, das je produziert wurde. Um die Kanten beim Edge hinzubekommen, wurde sogar eine spezielle Fertigungstechnik entwickelt. Außer beim Deckglas unterscheidet sich das Edge nicht vom „normalen“ S6 – bis auf einen Punkt, von dem noch die Rede sein wird.

Unter dem nahezu unzerstörbaren Glas findet sich ein 5,1-Zoll-AMOLED nach dem Quad-HD-Standard, das tatsächlich 2560 mal 1440 Pixel bringt, also eine Dichte von 577 Pixeln pro Zoll, beinahe dem Doppelten, was sich im iPhone 6 Plus findet. Der Realitätstest muss es beweisen, aber dieses Display wird vermutlich das beste sein, das je in einem Smartphone verbaut wurde. Und die optischen Qualitäten setzen sich bei den Kameras fort. Schon die Frontkamera löst Begeisterung aus. Mit einer extrem lichtstarken F1.9-Optik und 5 Megapixeln erreichen Selfies das nächste Level – ohne Blitzunterstützung kann so praktisch im Dunkeln geknipst werden. Und die Hauptkamera mit 16 Megapixeln schlägt schon von den Eckdaten her alles, was jemals in ein Handy gepflanzt wurde. Natürlich auch beim Drehen von Videos – Samsung ist da so selbstbewusst, dass die Videoclips für die Präsentation samt und sonders mit dem S6 aufgenommen wurden.

Drei Neuigkeiten dürften Smartphone-Fotografen entzücken: beide(!) Kameras verfügen über einen Echtzeit-HDR-Modus, die Hauptkamera bietet eine optische Bildstabilisierung, die manche Kompaktkamera nicht hat, und: mit einem Doppel-Tapp auf den Home-Button wird die Rückseiten-Cam in weniger als einer Sekunde in Bereitschaft geschaltet – ein ungewöhnliches und sehr praxisnahes Feature.

Das Galaxy S6 und sein rundlicher Zwilling sind aber auch mit Eigenschaften ausgestattet, die bei den Fachleuten zunächst gar nicht gut ankamen. So verfügen die neuen Superphones des koreanischen Technologiekonzerns über eingebaute, vom Nutzer nicht wechselbare Akkus. Das ist zunächst ganz klar eine Opfergabe ans schöne Design, aber im Zusammenhang mit zwei Features vielleicht wirklich kein Nachteil. Denn erstens sind alle Bauteile in den S6-Geräten aufs Stromsparen hin optimiert; so soll der Strom für bis zu 49 Stunden Musikhören reichen. Und zweitens setzt Samsung aufs drahtlose Aufladen. Eine passende Ladeschale wird es als Zubehör geben. Die Entwickler glauben aber, dass sich in vielen Ländern in Kürze entsprechende Infrastrukturen bilden werden, sodass man sein Smartphone in Cafés, Läden, Flughäfen und an ähnlichen Orten wird drahtlos aufladen können – eine Idee, die auch von IKEA propagiert wird. Deshalb hat man beim Samsung die entsprechende Technik so verbessert, dass man ein S6 in zehn Minuten so aufladen kann, dass die Ladung für mindestens vier Stunden Nutzung reicht. Außerdem werden sowohl der Qi-, als auch der PMA-Standard (Powermats) unterstützt.

Welche Rolle dabei der neue Exynos-Prozessor aus eigenem Hause spielt, wurde nicht bekanntgegeben. Ebenso wenig die genauen Spezifikationen des Chipsatzes, der sich an den entsprechenden Werten der aktuellen Snapdragon-Prozessoren wird messen lassen müssen. Ebenfalls mit Murren wurde die Tatsache quittiert, dass die S6er keine Slots mehr für MicroSD-Karten haben, dass also der Speicher von 32 GB, 64 GB oder 128 GB nicht erweitert werden kann. Dafür punktet Samsung hier mit einem internen Speicher nach dem eMMC-Standard; einer SSD-Technik mit extrem geringem Stromverbrauch und sehr hoher Schreib-Lesegeschwindigkeit.

Auch an der Benutzeroberfläche hat Samsung heftig geschraubt. Auch wenn diese Android Material sehr ähnelt, hat sie auch ganze eigene Seiten. So wurden überall kryptische Icons durch Text ersetzt, und die verwendeten klaren Farben weisen aufs jeweilige Thema hin: So sind alle Bedienelemente, die mit den Kameras zu tun haben, orange gefärbt. Unter den Kontakten kann man maximal fünf Personen auswählen, die VIP-Status genießen und denen jeweils eine Farbe zugeordnet ist. Ruft einer der VIPs an, glüht das Display in dessen Farbton. Fingerabdruck- und dem Herzfrequenzsensor auf der Rückseite neben dem Kameraobjektiv sind eine Reihe sinnvoller Funktionen zugeordnet – so kann man mit dem Finger auf dem Pulssensor das einkommende Gespräch mit dem VIP schnell annehmen.

Stellt sich am Ende die Frage, ob die vielen Vorteile die zwei Nachteile (fest eingebauter Akku, kein MicroSD-Slot) aufwiegen. Zumindest von der Papierform her ist das so, besonders in Relation zum iPhone 6, dem beide S6-Modelle in jeder Hinsicht überlegen sind. Ob eingefleischte iPhone-Fans beim nächsten Smartphone-Wechsel lieber zum Samsung greifen, dürfte auch eine Frage nach dem Preis sein, und der wurde noch nicht bekanntgegeben. Die Auguren gehen davon aus, dass das „normale“ S6 in etwa so viel kosten wird wie das S5 zum Zeitpunkt der Präsentation und dass man für die Schönheit des Edge etwa 100 Euro mehr wird zahlen müssen. Das wird sich herausstellen, wenn beide Modelle hierzulande zu kaufen sein werden, also vermutlich ab dem 10. April.

Übrigens: Wie Apple hat auch der koreanische Gigant mit Samsung Pay ein mobiles Bezahlsystem integriert; dabei kann das S6 sogar den Magnetstreifen einer Kreditkarte simulieren. Und weil es gerade passte, wurde auch das Gear VR, eine Virtual-Reality-Brille präsentiert.

 

 Samsung Galaxy S6 edge

 

 

 Samsung Galaxy S6 edge 32GB

 Samsung Galaxy S6 edge 64GB

 Samsung Galaxy S6 edge 128GB

 

 

 Samsung Galaxy S6 edge 32GB

 Samsung Galaxy S6 edge 64GB

 Samsung Galaxy S6 edge 128GB

 

 

 

 

 

 

 Samsung Galaxy S6 

 

 Samsung Galaxy S6 32GB Black-Sapphire

 Samsung Galaxy S6 64GB Black-Sapphire

 Samsung Galaxy S6 128GB Black-Sapphire

 

 Samsung Galaxy S6 32GB Blue-Topaz

 Samsung Galaxy S6 64GB Blue-Topaz

 Samsung Galaxy S6 128GB Blue-Topaz

 

 Samsung Galaxy S6 32GB Gold-Platinum

 Samsung Galaxy S6 64GB Gold-Platinum

 Samsung Galaxy S6 128GB Gold-Platinum

 

 Samsung Galaxy S6 32GB White-Pearl

 Samsung Galaxy S6 64GB White-Pearl

 Samsung Galaxy S6 128GB White-Pearl

 

 

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