Von Sicherheitsriegeln bis Smarthome-Methoden

Als kürzlich bei einem Kollegen eingebrochen wurde und die Diebe sich ausführlich an seinem Eigentum bedient hatten, fragte ich: „Und, wie sah es denn mit dem Einbruchschutz bei dir aus?“ Er dachte kurz nach und sagt: „Gerade vor zwei oder drei Jahren habe ich ein neues Sicherheitsschloss einbauen lassen.“ Natürlich eine fast sinnlose Maßnahme, wenn die Einbrecher die Eingangstür mit roher Gewalt aufbrechen und dabei übrigens Türblatt und -rahmen nachhaltig zerstören. In Etagenwohnungen kann nur ein einfacher oder doppelter Sicherheitsriegel von diesem Vandalismus bewahren – dies sollte für jeden, der keine Diebe in seinem Heim wissen möchte, die absolute Mindestmaßnahme sein.

Physischer Einbruchsschutz an Türen und Fenstern

Denn, das sagen alle Experten und auch die verschiedenen Beratungsinstitutionen, die erste Stufe Einbruchschutz ist die rein physische. Dem Einbrecher muss es so schwer wie nur irgend möglich gemacht werden, in Haus oder Wohnung einzudringen. Die Schwachstellen im Heim sind dabei Türen (auch Terrassen-, Balkon-, Keller- oder Hintertüren), Fenster, Luken und Schächte. Denn durch die Wände kommen Einbrecher in der Regel nicht. Allerdings muss auch klar sein, dass man keine Vorkehrungen gegen jede Form eines physischen Angriffs mit vernünftigem Aufwand treffen kann. Unvergitterte Fenster aus Glas sind nun mal zerbrechlich. Es geht also darum, die Diebe zu zwingen, viel Zeit und Kraft aufzuwenden. Erfahrungsgemäß brechen die Profis der Zunft sofort ab, wenn sich ihnen solche Hürden in den Weg stellen.

Konkret heißt das: Alle Außentüren müssen aus massivem Material sein und neben dem einfachen Schloss mindestens einen Querriegel von Wand zu Wand aufweisen. Fenster, die ohne Kletterei erreichbar sind, sollten unbedingt vergittert sein. Das gilt auch für Kellerfenster und -luken. Und wo Gitter die Optik stören, sollten einbruchssichere Rollläden installiert sein, die nachts und bei Abwesenheit geschlossen werden. Bei außenliegenden Kellertreppen empfiehlt sich eine Abdeckklappe über die ganze Größe des Einstiegs.

Bewegungsmelder und Alarmanlagen

Kaum ein Vermieter wird zustimmen, wenn sich ein Wohnungsmieter eine Alarmanlage mit Blinklicht und Sirene am Eingang installieren würde. Bei einem Eigenheim sind solche Anlagen aber ein recht wirksamer Schutz. Wieder gilt: Das eigene Heim für den Einbrecher so unattraktiv wie möglich machen. Deshalb sind die Geräte, die Licht und Lärm erzeugen, auch immer sichtbar anzubringen. Unattraktiv wird ein derart gesichertes Objekt, weil die Diebe entweder viel Aufwand betreiben müssen, um die Alarmanlage zu entschärfen oder zu umgehen, und weil ihnen nach dem ausgelösten Alarm ohnehin keine Zeit bleibt, die Tat zu vollenden.

Wichtigster Erfolgsfaktor bei Alarmvorrichtungen sind die Bewegungsmelder, die das System auslösen. Hier ist jeder Hausbesitzer bestens beraten, die gesamte Installation einem Sicherheitsfachmann zu überlassen. Dies gilt sowohl für Bewegungsmelder, die das Umfeld des Hauses scannen, als auch und besonders Bewegungsmelder im Inneren. Außerdem muss die Bedienung der Anlage, besonders das Einschalten und Entschärfen von allen Bewohnern eingeübt werden, um Fehlalarm zu vermeiden. Übrigens: Ganz exklusiv wird es mit einem sogenannten „stillen Alarm“, bei dem der unerwünschte Besuch eine Meldung direkt bei einer Sicherheitsfirma oder sogar der Polizei auslöst.

Überwachungskameras und Zeitschaltsysteme

Inzwischen sind Alarmsysteme aus dem Smarthome-Bereich am Markt, die komplett über eine App auf dem Smartphone ferngesteuert werden kann. Mit einem solchen System machen dann auch Überwachungskameras Sinn. Denn mit dieser Methode kann man sich überall, wo das Handy Empfang hat, ansehen, was daheim gerade passiert. Aber Achtung: Überwachungskameras im Außenbereich müssen aus datenrechtlichen Gründen so angebracht sein, dass sie ausschließlich Bereiche des überwachten Grundstücks zeigen, nicht aber was auf der Straße oder bei den Nachbarn geschieht.

Professionelle Einbrecher spionieren geeignete Objekte sorgfältig aus und lassen sich auch nicht durch eingeschaltete Lampen bei Abwesenheit der Bewohner überlisten. Wenn aber die Innen- und Außenbeleuchtung nach keinem nachvollziehbaren Muster ein- und ausgeschaltet wird, es also aussieht, als sei jemand daheim, werden die meisten Kleinkriminellen vom Einbruch absehen. Mit Smarthome-Anlagen, mit denen die wichtigste Beleuchtung per App an- und ausgeschaltet werden kann, lassen sich solche Diebe gut abschrecken.

Das gilt natürlich für alle anderen Elemente von Haus und Wohnung, deren Betätigung auf die Anwesenheit von Bewohnern schließen lassen; also auch Rollläden, Jalousien und Markisen. Solche Einrichtungen können inzwischen ebenfalls per Smartphone gesteuert werden. Aber auch die gute alte Schaltuhr an der Steckdose kann, wenn geschickt programmiert, denselben Effekt bewirken.

Fazit

Schwachstelle der Mietwohnung ist die Eingangstür, die mit zusätzlichen Riegeln gesichert werden sollte. Alarmanlagen und Überwachungskameras eignen sich gut als Sicherheitssysteme bei Eigenheimen. Mit Smarthome-Geräten und –Apps kann jeder potenziellen Einbrechern vorgaukeln, die Bewohner von Haus und Wohnung seien zuhause und so abschrecken.

Wichtig ist es, den Dieben ihre Arbeit so schwer und riskant zu machen wie nur möglich, denn Einbrecher arbeiten gern schnell und scheuen die Gefahr entdeckt und überwältigt zu werden.

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