
Schon vor zwei Jahren hat die Netzwerkfirma Ericsson den Trend zum Zweit-Phone ausgerufen. Damals basierend auf der Analyse der Marktabdeckung in den verschiedenen Regionen der Erde. Danach liegt die Ausstattung der Bevölkerung mit Mobilfunkverträgen in Nordamerika, Europa und Teilen von Asien bei deutlich über 100 Prozent. Das liegt einerseits daran, dass immer mehr Anwender über mehr als eine SIM-Karte verfügen, aber auch am immer beliebter werdenden Smartphone. Tatsächlich gibt es für Intensivnutzer mobiler Dienste gute Gründe, sich ein zweites Mobiltelefon zuzulegen.
Grund 1: Ein großes und ein kleines
Spätestens mit der Ankunft des iPhones 6+ ist klar: Die Displays werden immer größer. Und wem 6-Zoll-Diagonale noch zu klein sind, der greift zum Phablet und hat dann einen echten Bildschirm in der Hand. Nur telefonieren tut niemand gern mit einem solchen Riesen – es sei denn mit dem Headset. Tatsächlich aber behalten viele Neubesitzer von 6-Zöllern ihr altes, kleines Smartphone und benutzen es vorwiegend zum Telefonieren, Simsen, Whatsappen und den anderen Formen der Kommunikation.
Heißt im Umkehrschluss: Wer sich für ein großes Smartphone oder ein Phablet entschieden hat, sollte darüber nachdenken, das alte Gerät zu behalten und mit einer Prepaid-SIM auszustatten, um es als Handy neben dem Großen zu verwenden.
Grund 2: Eins für normal, eins für Outdoor
Die aktuelle Generation Outdoor-Phones darf diese Bezeichnung durchweg mit Fug und Recht tragen, denn alle Vertreter dieser Gattung sind wasserdicht bis in Schwimmtiefe und so stoßfest, dass sie einen Sturz aus bis zu drei Metern Höhe auf Beton schadlos überleben. Allerdings liegen die Bildschirme dieser Geräte noch im 4-Zoll-Bereich, und sie sind deutlich weniger griffig als ihre Kollegen für den Normalgebrauch.
Deshalb lohnt es sich, ein (preiswertes) Smartphone der aktuellen Generation Tag für Tag zu nutzen, und das robuste Gerät für das Abenteuer am Wochenende und im Urlaub auch nur dann zu verwenden. So hat man immer das richtige Phone für den jeweiligen Einsatz.
Grund 3: Ein Smartphone und ein Handy
Nicht selten werden im Elektronikfachhandel klassische GSM-Handys für zehn Euro angeboten; regulär bekommt man solche schlichten, fabrikneuen Mobiltelefone aber immer für um die zwanzig Euro. Ausgestattet mit einer Prepaid-SIM kann ein solches Teil gut als reines Gerät zum Telefonieren und Simsen genutzt werden. Das Smartphone mit dem Flat-Tarif dient dann hauptsächlich als mobile Internetstation, wird aber zum Telefonieren wenig oder gar nicht benutzt.
Das kann eine sinnvolle Lösung für Leute sein, die nur zu bestimmten Gelegenheiten unterwegs ins Netz gehen wollen oder müssen; zum Beispiel auf Zugreisen. Nur dann wird das Ding mit dem Bildschirm mitgenommen und womöglich genutzt. Im Alltag reicht dieser Klientel ein Handy, um erreichbar zu sein und unabhängig von fremden Telefonen.
Grund 4: Ein Privat- und ein Job-Phone
Selbstständige und Freiberufler, die sich in Bezug auf ihre Steuern klug und korrekt verhalten, sind gezwungen, auch die Telekommunikationskosten zwischen privater und dienstlicher Nutzung auseinanderzufieseln. Das geht am besten mit zwei Verträgen, also zwei SIM-Karten und auch zwei Phones. Natürlich würde es reichen, jeweils die passende SIM-Karte einzulegen, aber einfacher ist es tatsächlich, je ein Gerät für den jeweiligen Bereich anzuschaffen.
Das eröffnet auch die Möglichkeit, Telefone mit unterschiedlichen Anwendungsprofilen zu verwenden. Wer dienstlich viel im Auto fährt und dort das Smartphone für die Navigation nutzt, ist mit einem schnellen, modernen Gerät gut bedient. Für den Feierabend und das Wochenende tut es aber auch ein Billig-Smartphone; aktuell bekommt man die im Android- und Windows-Bereich bereits ab 100 Euro. Wichtig: Um Apps auf beiden Phones nutzen zu können, müssen diese natürlich beide mit demselben Betriebssystem laufen.
Fazit
Auch wenn es auf den ersten Blick verrückt klingt, ein Zweit-Phone zu benutzen, gibt es doch gute Gründe dies zu tun. Und wenn das Zweit-Gerät in der Realität nur das alte Smartphone ist, das mit einer Prepaid-SIM Dienst als reines Mobiltelefon tut.